Genial!!! MS-Erklärung fuer “Gesunde”
Dienstag August 19th 2008, 13:12
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Krankheit
In einem Forum der DMSG habe ich durch einen Leidensgenossen diese Schriftstueck entdeckt 
Das finde ich richtig klasse!
Gestatten, mein Name ist MS
Hallo! Ich bin die MS. Mit vollem Namen heisse ich Multiple Sklerose. Aber die Abkürzung finde ich cooler. Ist so ähnlich wie mit dem JR aus “Dallas”; ich bin ebenso fies. Im Gegensatz zu dem Ölmulti habe ich sogar noch einen lateinischen Titel: Enzephalomyelitis disseminata. Trotzdem: MS passt schon.
Allgemein wirft man mich in einen Topf mit den chronischen Krankheiten. Speziell stolz bin ich darauf, dass gegen mich noch kein Kraut gewachsen ist. Weil nämlich niemand weiss, woher ich wirklich komme und warum ich mir gerade den Menschen aussuche, der mich dann ein Leben lang am Hals hat. Natürlich arbeiten die Wissenschaftler mit Hochdruck, um mir auf die Schliche zu kommen. Gegenwärtig reparieren sie allerdings nur mehr als notdürftig die Schäden, die ich hinterlasse.
Ich bin ein wahres Genie, weil ausgesprochen wandelfähig und kreativ. Nicht umsonst nennt man mich auch “Die Krankheit mit den tausend Gesichtern”. Denn, ich plage den einen heftiger, den andern fast gar nicht, entzünde Sehnerven, lasse stolpern und wanken, führe zu Missgriffen, verwirre die Empfindungen, tanze mit manchen den “Zitterfox”, mache schlapp oder auch steif, lasse bleierne Müdigkeit den Tag vermiesen, die Blase ein Eigenleben führen, vergälle das Liebesleben und zische da und dort mit einem mörderischen Schmerz durch die Glieder und Eingeweide. Je nach Lust und Laune mische ich einen Symptom-Cocktail zusammen oder belasse es auch nur bei einer Widrigkeit. Ich bin da sehr flexibel. Auch, was mein Bemerkbarmachen angeht. Ich komme oft schubweise daher, wobei mir der Überraschungseffekt ausgesprochen wichtig ist. Sehr gerne hinterlasse ich dann einen neuen Schaden oder auch zwei oder verstärke bestehende. Wenn ich ganz hinterhältig aufgelegt bin, stichel ich nur ein bisschen, grad so viel, dass es meinem Wirt nicht auffällt, aber genügend, damit er sich schleichend schlechter und schlechter fühlt. Und dann gibt’s auch noch wenige Menschen, die mich derart langweilen, dass ich sie nur einmal heimsuche und danach nur mal so nebenbei vorbeischaue.
Ach, ihr wollt wissen, wie ich mein zerstörerisches Werk verrichte? Die Wissenschaft glaubt, dass eine Virusinfektion im Kindes- oder Jugendlichenalter eine Rolle für mein späteres Auftauchen spielen kann. Lassen wir sie in dem Glauben. Soviel sei verraten: Ich niste mich im Zentralnervensystem ein, befalle an verschiedenen Stellen (daher multiple) in Gehirn, an den Sehnerven und im Rückenmark die Schutzhüllen der Nervenfasern (das sogenannte Myelin). Das führt dort zu Entzündungsherden und zu Vernarbungen (Sklerosen). Weil die Nervenfasern jetzt teilweise blank liegen oder hässliche Narben haben, leiten sie schlecht. Das wiederum löst diese unterschiedlichen Funktionsstörungen aus. Die Schutzhüllen können sich, wenn überhaupt, nur teilweise regenerieren, darum bleiben oft die Störungen erhalten. Und mit jedem Schub sorge ich dafür, dass der Schaden etwas grösser wird. Oder ich seh’ zu, dass die Entzündung schon gar nicht mehr nachlässt. Etwa zwanzig Prozent der Menschen, die ich heimsuche, zwinge ich früher oder später in den Rollstuhl. Man wird mit mir genau so alt wie ohne mich. Ansteckend? Gott bewahre! Dazu bin ich viel zu exklusiv. Darum lasse ich mich auch nur sehr, sehr ungern vererben.
Grundsätzlich mag ich lieber Jüngere und mir liegen Frauen mehr als Männer, darum befalle ich Frauen doppelt so oft. In jüngster Zeit finde ich auch immer häufiger Gefallen an Jugendlichen und sogar Kindern. Meine bevorzugte Heimat sind die gemässigten Klimazonen; ich mags eher kühl. Speziell wohl fühle ich mich in Skandinavien, wohingegen mir die Hitze des Südens absolut nicht behagt. Auch Japan ist mir nicht sympathisch.
Ach, es gibt so viel von mir zu erzählen! Dauernd entdecke ich selbst neue Seiten an mir. Das Wunder, kriegt man mich nicht zu fassen. Die Ärzte rücken mir neuerdings mit Interferonen zu Leibe. Schmeckt scheusslich! Drum lass ich mich bei den Menschen, die solches Zeugs spritzen, weniger oft blicken. Oder lass mal das Piesacken ganz sein. Aber wirklich sicher vor mir machen die Chemiekeulen auch nicht - kommt ganz auf meine Tagesform an.
(geschrieben von Gotvanilla)
Wunderbare Zeilen an die, die einfach nicht verstehen wollen womit man es zu tun hat und immer mit den ueblichen Spruechen kommen:
Stell Dich nicht so an!
Du warst doch frueher nicht so!
Jetzt uebertreibst Du aber!
Ja mir gehts auch nicht so gut!Ich hab starke Kopfweh…
Der gute Genosse hat noch was hergezaubert, dass ich gleich hinzufuege
Eine Erklärung für Menschen ohne MS:
MS bedeutet, dass sich vieles verändert, vieles davon ist unsichtbar. Im Gegensatz zu AIDS oder Krebs, wissen die meisten fast gar nichts über MS und ihre Wirkungen. Und diejenigen, die glauben es zu wissen, sind eigentlich falsch informiert.
Hier sind Informationen für diejenigen, die es verstehen wollen ….
….. dies sind die Dinge, die Du / Ihr verstehen solltet, bevor Ihr mich beurteilt ….
Bitte versteht, dass krank sein nicht heisst, dass ich kein Mensch mehr bin. Versteht bitte den Unterschied zwischen „glücklich“ und „gesund“. Wenn Ihr Grippe habt, fühlt Ihr Euch bestimmt miserabel, aber ich bin seit Jahren krank. Ich kann mich nicht die ganze Zeit miserabel fühlen, im Gegenteil, wer mich kennt weiss, ich arbeite hart daran, nicht ein „Häufchen Elend“ zu sein. Also, wenn Ihr mit mir redet, und ich scheine glücklich zu sein, dann bin ich es auch. Das ist alles. Es bedeutet nicht, dass ich keine Schmerzen habe, oder dass ich nicht extrem müde bin, oder dass es mir besser geht, oder so. Bitte sagt nicht: „Oh, es scheint Dir besser zu gehen !“. Es geht mir nicht besser, ich bin einfach zufrieden !!!
Bitte versteht, dass wenn ich fünf Minuten lang stehen kann, dass das nicht heisst, dass ich zehn Minuten oder eine Stunde lang stehen kann. Mit vielen Krankheiten ist man entweder gelähmt oder nicht. Mit dieser ist es etwas komplizierter.
Man kann das im Absatz vorher beschriebene, mit den Verben „aufrecht sitzen“, „gehen“, „gesellig sein“, und so weiter wiederholen. Das ist, was diese Art von Krankheit einem antut.
Bitte versteht, dass MS variabel ist. Es ist möglich, dass ich heute zum Park und zurück laufen kann (oder 100 km Radfahren), und es morgen nicht in die Küche schaffe. Bitte greift mich nicht an, in dem Ihr sagt, „aber Du hast es doch vorher geschafft!“. Wenn Ihr wollt, dass ich etwas mache, dann fragt mich, ob ich es kann. Im ähnlichen Sinn kann es sein, dass ich eine Einladung im letzten Moment absagen muss. Wenn das passiert, nehmt es bitte nicht persönlich.
Bitte versteht, dass „ausgehen und was unternehmen“ mich nicht besser fühlen lässt, und meinen Zustand ernsthaft verschlimmern kann. Mir zu sagen ich bräuchte mehr frische Luft und Bewegung, ist nicht nötig und nicht angebracht.
Bitte versteht, dass wenn ich sage ich muss mich jetzt hinsetzen, hinlegen, stehen bleiben, oder Pinkeln gehen, dass ich es genau jetzt machen muss. Ich kann es nicht verschieben oder vergessen bloss weil ich einen Ausflug oder sonst was mache.
In vielen Hinsichten brauche ich Euch - die Leute die nicht krank sind. Ich brauche jemanden, der mich besucht, wenn ich zu krank bin um auszugehen, der mich zum Arzt fährt oder der mich zum Sport begleitet.
Und ich brauche Euer Verständnis, soweit wie möglich.
Ich lebe einfach nach meinem Motto:
Ich bin nicht krank, sondern nur anders gesund !!!
Mit der Diagnose MS klarzukommen ist eine größere Herausforderung, als jeder Berg und sei er noch so steil, oder jede große Radtour die ich bisher gefahren bin !!!
Auf geht es nach Zwickau
Um 12:10 fuhr der Zug von Baden los und der erste Wechsel fand in Verden statt. Im IC war es recht voll und es dauert eine ganze Weile bis man einen Sitzplatz gefunden hat. Ich glaube, so um Hannover rum wurde was fuer uns frei. Hier hatten wir ca. 20 Minuten Wartezeit und konnten in dem Raucherbereich eine durchziehen, wie man so ordinaer sagt^^.
Zusaetzlich wurden einem kleine Intimeinlagen geboten von Paerchen die sich nun trennen mussten. Der Dauerknutschwettbewerb wurde durch Huesteln eines älteren Mannes, der das gar nicht meinte, unterbrochen.
Weiter ging es mit ein paar kleinen Stops nach Leipzig. Hier fingen die ersten Muedigkeitserscheinungen an.
Einen kleinen Einwurf zur Landschaft: Herrliches “Gruen” und interessante Seitenlagen beginnen durch die noch kleinen Huegellandschaften .
In Leipzig stand die Regionalbahn schon am Bahnsteig und wenn ich mich nicht verlesen haette, waere es auch eine tolle Fahrt gewesen. Statt 20 Minuten waren es dann doch ca 1 Std 20 Minuten.
Witzig ist es allerdings wie freundlich die in den Zügen doch alle ausserhalb Niedersachsen sind und das man alles so gut durch die Lautsprecher verstehen kann.
Bei uns rauscht es immer nur !
Nun denn, mein Schwiegervater in spe holte uns freundlicherweise vom Bahnhof ab.
Ob ich ihn jemals so richtig Schwiegervater nennen darf, steht immernoch im Raum, aber nach 6 1/2 Jahren kommt es mir eh schon wie eine Ehe vor.
Dann fuhren wir in das Nest der Eltern und begrueßten und freuten uns erstmal eine Runde lang, denn es war derweilen ja auch schon um die 18 Uhr rum.
Recht frueh ruften dann auch schon die Betten, war ja auch ein aufregender Tag, lach.